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Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von Ascender, 21 April 2017.

  1. Ascender

    Ascender Mitarbeiter Herrenfahrer

    Hallo,

    ich weiß, es gehört nicht unbedingt in dieses Forum. Aber irgendwie betrifft es ja auch den "Verkehr", und das Thema ist mir auch sehr wichtig.

    Offenbar haben die Ermittler den mutmaßlichen Attentäter gefasst:
    Er soll aus Habgier gehandelt haben. Ich möchte die Diskussion gar nicht so sehr um das Attentat an sich herumführen, sondern mich eher über die Hintergründe dazu auslassen.

    Und zwar das Finanzprodukt, welches er gewählt haben soll. Der Attentäter hat vor seiner Tat mit Optionen gegen die BVB-Aktie gewettet. Er wollte so viele Spieler wie möglich umbringen, damit der Kursverlust der Aktie möglichst hoch ist, um seinen Gewinn zu mehren.

    Ich dachte bisher, dass diese Art des spekulativen Handels inzwischen verboten wäre. Nach der Banken- und der Staatsschuldenkrise...?!

    Warum ist so was noch erlaubt? Das lädt doch gerade dazu ein, dass jemand ein Unternehmen schädigen möchte, welche Mittel auch immer dazu genutzt werden (bspw. Rufschädigung). Das kann nicht im Interesse eines Staates und seiner Bevölkerung liegen.

    Ich habe aber die Befürchtung, dass die öffentliche Debatte sich nicht um fragwürdige Finanzprodukte drehen wird...

    Der Anschlag ist übrigens nur zwei Kilometer von meinem Wohnort entfernt passiert. Ich fahre häufiger an der Stelle vorbei.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 April 2017
  2. spaRTan

    spaRTan Herrenfahrer

    moment.
    die schädigung von unternehmen, personen und staaten zum zwecke materiellen gewinns soll verboten sein? dann ist unser ganzes wirtschaftssystem mit einem schlag weg. ;)

    also:

    1. kannst du auch heute noch beliebig optionen handeln, leerverkäufe tätigen und dich selbst um mehr als dein erspartes bringen.
    2. kann man das nicht verhindern (siehe mein "ach ja" weiter unten).
    3. zeigt das nur den massiven werteverfall in der gesellschaft. es handelt sich hier natürlich um einen einzelfall, aber ganz sicher nicht um den schlimmsten. es gibt genug wichtige personen oder personengruppen, welche sich als ziel lohnen würden. wenn es jetzt leute gibt, die wirklich den irrsinn besitzen, das zu tun, dann haben wir weitaus größere probleme.
    4. ist das - auf einem irrsinnigen level - ziemlich kreativ gewesen.
    5. hatte er die mittel. allein das darf nicht passieren. im baumarkt musst du für größere mengen farbe oder dünger mit ausweis unterschreiben. er hingegen läuft gleich mit BW-restbeständen rum... :confused:

    hätten die fußballvereine nicht die grandiose idee gehabt, aktiengesellschaften zu werden, gäbe es das problem nicht.

    ach ja: schon in Casino Royale (James Bond) war genau dies thema eines film. vielleicht war der durchgeknallte HuSo also gar nicht so kreativ... :rolleyes:
     
  3. Ascender

    Ascender Mitarbeiter Herrenfahrer

    Daran habe ich auch gedacht, ist aber letztendlich Quatsch. Eigentlich ist dies genau das selbe Argument wie bei Vergewaltigungsopfern:

    "Wenn die nicht so rumlaufen würde, wäre sie auch nicht vergewaltigt worden."

    Das macht das Opfer quasi an der Tat mitschuldig. Das kann es ja auch nicht sein. Das Verbrechen hat der andere begangen, nicht das Opfer. Natürlich will ich nicht verhehlen, dass es dadurch keine Provokation gibt. Der BVB könnte auch aus anderen Gründen Anschlagsopfer werden. Bspw. die Rivalität zu anderen Fußballvereinen, oder der Einsatz des BVB gegen Rechtsextremismus. Wäre dann der BVB auch selber Schuld, weil er bspw. diese Rivalität befeuert hat? Ich denke nicht. Es ist nur Fußball, und jeder (im Kopf) gesunde Mensch weiß auch, dass man aus etwaigen Gründen keine Gewalt anwenden soll.

    Allem Anschein nach ist dies nicht der Fall. Die Zünder seien militärischer Herkunft, allerdings nicht aus Bundeswehr-Beständen. Das hat die Bundesanwaltschaft mitgeteilt. Bomben basteln ist relativ einfach. Das ist keine Raketentechnik. Dazu braucht es nicht viel Sachverstand. Ich behaupte, dass ich ohne Vorwissen, ganz mit Haushaltsmitteln, eine durchschlagskräftige Bombe basteln könnte, und es würde keiner merken. Und der Staat kann nicht alles überwachen. Selbst wenn die Grenzen dicht wären, sagen wir mal, wie in den 1970er-Jahren.
    Wie war das denn noch gleich mit der RAF? Wie hat die ihren Terror durchgeführt? Wo bekamen die ihre Waffen her?

    Ich habe auch den Eindruck, dass die Behörden massiv politisch unter Druck geraten sind. Sie sind sehr auf islamistischen Terror ausgerichtet, was auch gut, richtig und begründet ist. Dabei werden sie wahrscheinlich den Fokus auf andere Extremisten und Kriminelle verloren haben.

    Das Märchen vom Werteverfall glaube ich nicht. Man glorifiziert nur die Vergangenheit mehr. Psychopathen gab es schon immer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 April 2017
  4. Altenburger

    Altenburger Administrator Mitarbeiter MOD Herrenfahrer

    Es ist schon krass, wie weit manche Idioten gehen. Nur wegen der Chance, dass man Geld gewinnen KÖNNTE, einen Bus mit Menschen drin, sprengen zu wollen. Unglaublich!
     
  5. spaRTan

    spaRTan Herrenfahrer

    und genau das ist werteverfall... ;)
     
  6. spaRTan

    spaRTan Herrenfahrer

    sehe ich eigentlich nicht so.
    wie schon in Taxi Driver und vielen anderen filmen gezeigt, kann man gegen einen einzeltäter (!) nichts vorbereiten.
    es gibt keine kommunikation, keine absprachen, er sitzt in seinem kämmerlein und denkt sich was aus.

    daher gibt es nur zwei möglichkeiten:
    1. besonderer schutz von allem schützenswerten - was recht schwierig wird.
    2. klare vorbildfunktion, was die themen gut und böse angeht - was heute dank unmoralischer politiker etc. pp. quasi unmöglich ist.
    3. akzeptanz...

    für andere vorschläge bin ich offen.
     
  7. Ascender

    Ascender Mitarbeiter Herrenfahrer

    Die Geschichte hat stetig gezeigt, dass es immer wieder Leute gab, die aus niederen Beweggründen schreckliche Taten begangen haben.

    Gewalttaten haben in erster Linie nichts mit "Abstumpfung" und "Verrohrung" zu tun. Millionen zocken etwa Killerspiele, schauen Splatter-Filme, treiben sich im makabren Teil des Darknets herum, lesen Krimis... und Millionen von uns fangen deshalb nicht an zu morden. Ich kann zwischen fiktiver und realer Welt unterscheiden. Nur einige, ein kleiner Bodensatz, tut dies nicht.

    Ob es sich hierbei um einen Psychopathen handelt vermag ich nicht zu sagen. Einen allgemeinen, sozialen Werteverfall kann ich aber nicht feststellen. Eher Ausreißer bestimmter Gruppen/Teile der Bevölkerung. Ist aber letztendlich auch nichts neues. Gab es schon immer, und wird es immer geben. Plus diejenigen, die einen Abgesang auf die "Werte" der Gesellschaft losreißen, und sich "die gute alte Zeit" herbeisehnen. Auch das ist scheinbar eine Konstante. ;)
     
  8. spaRTan

    spaRTan Herrenfahrer

    mit dem geschriebenen hast du recht.
    aaaaber: es gibt gewisse tabus in bezug auf dinge, die so aberwitzig sind, dass sie niemand tut - bisher...
    und dann kommt einer und tut es einfach... ;)

    was wir also sehen ist, dass jede generation ihre werte hat und es auch in jeder generation jemanden gibt, der die schwelle eben noch einen tacken höher legt.

    und genau das ist verfall.
    dass wir in jeder generation mehr dulden, zeigt ja nur, dass wir es sind, die abstumpfen... ;)
     
  9. Ascender

    Ascender Mitarbeiter Herrenfahrer

    Okay, du beschreibst Einzelfälle, und das trifft natürlich schon zu. Ich sprach von gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen. Da ist es nämlich definitiv nicht so. Der Mainstream ist ja derzeit sogar recht konservativ. Die Jugend hat sonst in den vergangenen 80 Jahren stets gegen die ältere Generation rebelliert. Wenn man sich die Hippies in den 60er-Jahren anschaut, mit ihrer freien Liebe, das war ja ein Tabubruch, welcher ziemlich krass war. Und es war ein Massenphänomen. Heutzutage sind die Leute da eher etwas zugeknöpfter. Das mag natürlich auch mit den Umständen zusammenhängen: Bessere Aufklärung und Krankheiten wie AIDS.

    In den späten 70ern und 80er Jahre gab es ja dann noch die Punk-Bewegung, die alleine schon durch die Äußerlichkeiten sich abzusetzen versuchten, und "rumgammelten". Heute ist das alles verschwunden. Die Jugend will wie ihre Eltern sein. Ich kann daher nicht sagen, dass die Gesellschaft immer weiter verroht. Auch die Kriminalstatistik bestätigt dies.
     
  10. spaRTan

    spaRTan Herrenfahrer

    wir reden da von verschiedenen dingen.
    du meinst das große ganze. gerade das wird in diesem land immer stärker gleichgeschaltet. man fühlt sich fast schon wie in der DDR.

    aber gerade dies führt dazu, dass einzelne personen oder gruppen radikalisiert werden. sieh dir die autofahrer an - von einer anderen gruppe, der ich angehöre, rede ich gar nicht erst... :oops:
    und dies führt dazu, dass manche leute die regeln, werte oder auch gesetze nach und nach ablehnen, weil sie zu außenseitern werden.
    die folge ist dann sowas wie in DO.

    der verfall trifft also einzelne, ist aber ein gesamtgesellschaftliches problem.

    insofern haben wir irgendwie beide recht. ;)
     

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